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DIE ANFÄNGE Ins Leben gerufen wurde der pro integration Ausländerhilfe e. V. von fünf türkischen und drei deutschen Mitbürgern am 11. Februar 1986 durch Unterzeichnung des Gründungsprotokolls.
Die Initiative dazu ging aus von dem Gründungsmitglied Hans Wilhelm Nilles. Später wurde er auch zum 1. Vorsitzenden gewählt. In den achtziger Jahren traten immer mehr türkische Bekannte und Freunde sowie deren Familien an ihn mit der Bitte heran, bei der Lösung spezifischer Probleme behilflich zu sein. Dabei handelte es sich um Schwierigkeiten, die man als Ausländer in Deutschland hat.
Bereits 1982 plante Nilles - gemeinsam mit 7 überwiegend studierenden türkischen Staatsangehörigen - die Gründung eines Vereines, der sich mit der Förderung der Integration in der Bundesrepublik lebender Ausländer beschäftigen sollte.
Die Realisation ideeller Einstellungen in Form von institutioneller Organisation läßt sich ohne Rückschritte nicht bewerkstelligen. So war eine der ersten enttäuschenden Erfahrungen die Erkenntnis, daß die Mehrheit der damaligen potentiellen Mitbegründer vor allem den materiellen Vorteil bei einer Mitarbeit in einer solchen Vereinigung suchten. Dies führte dazu, daß der Verein 1982 nicht zur Gründung und Eintragung gelangte. Denn eines war dem Gründer das Wichtigste: Keinesfalls ging es darum, aus der sozialen Hilfe finanzielle Vorteile für den Einzelnen zu schlagen!
Im Februar 1986 folgte mit Hilfe einer neuen Gruppe von Initiatoren die Gründung des „pro integrati-on Ausländerhilfe e. V.“, mit dem Ziel, einen eigenen Beitrag zur Förderung der Integration ausländischer Mitbürger in die bundesdeutsche Gesellschaft zu leisten. Doch was bedeutet überhaupt Integration? Sozialwissenschaftler, Pädagogen, Politiker und andere Berufene streiten sich seit jeher darüber, was man unter diesem, eigentlich abstrakten, weil im menschlichen Bereich nichtssagenden Fremdwort zu verstehen habe.
Prinzipiell sind wir der Ansicht, daß über die Definition von Integration nicht über Gebühr diskutiert werden sollte. Die direkte, unkonventionelle Hilfe sollte im Vordergrund stehen. Sozial, einfühlsam und unbürokratisch. Trotzdem möchten wir im folgenden unsere Ansicht erläutern.
INTEGRATION? INTERPRETATION UND ZIELSETZUNG
Im Duden heißt es: „Lateinisch: Wiederherstellung eines Ganzen. 1. (Wieder) Herstellung einer Einheit (aus Differenziertem); Vervollständigung. 2. Einbe-ziehung, Eingliederung in ein größeres Ganzes; 3. Zustand, in dem sich etwas befindet, nachdem es integriert worden ist; 4. Berechnung eines Integrals (...)“
Unter „1.“ könnte man - Ausländer betreffend - einerseits verstehen, daß das „Ganze“, also in unserem Falle die deutsche Gesellschaft, durch das Vorhandensein von Ausländern geteilt oder entzweit sei. Andererseits spricht der Duden von einer „Vervollständigung“, was man als positiven Effekt einer akzeptierten multikulturellen Gesellschaft interpretieren könnte. „2.“ und „3.“ sind Punkte, zu deren pi-eigener Interpretation wir in einem der folgenden Kapitel Stellung nehmen werden. „4.“ drückt hingegen aus, was oben mit „abstrakt“ betitelt wurde.
Für den pi bedeutet Integration die gleichberechtigte Existenz ausländischer Mitbürger innerhalb der bundesdeutschen Gesellschaft. Eine Gleichschaltung mit dem Ergebnis, daß man Deutsche und bei-spielsweise Türken (wie auch alle anderen Ausländer) nicht mehr voneinander unterscheiden kann, kommt für uns nicht in Frage. Assimilation ist nicht der richtige Weg. Ein ausländischer Mitbürger soll sich seiner Herkunft nicht schämen müssen, weil er vielleicht in mancher Augen nicht deutsch genug ist.
Tendenzen fanatischen Nationaldenkens bei manchen türkischen Mit-bürgern haben unserer Meinung nach vor allem ihre Wurzeln in der insgeheimen bis offenen Ablehnung von Ausländern in der (bundes)-deutschen Gesellschaft. Beide Effekte jedoch sind destruktiv und integrationshemmend. Integration bedeutet für uns auch, der ausländischen Bevölkerung - und da nicht zuletzt den aus dem islamischen Kulturkreis stammenden Menschen - soweit Unterstützung zukommen zu lassen, daß diese der „westlich-europäischen“ Welt und deren Lebensart mit größerem Selbstvertrauen gegenüberstehen. Dieses „Gegenüberstehen“ darf nicht feindlicher Natur sein. Es sollte sich dabei um eine konstruktive Auseinandersetzung handeln, deren Ziel die Integration eines Ausländers unter dem Aspekt der Gleichberechtigung und des Bewußtseins der Herkunft ist.
Die westliche Lebensart an sich ist nicht der Feind und stellt auch nicht pauschal eine Gefahr für Menschen aus dem islamischen Kulturkreis dar. Man muß in der Lage sein, sich mit den Unterschieden und den Gemeinsamkeiten beider Kulturen auseinanderzusetzen. Aufgrund der relativen Verhärtung beider Seiten ist es aber eine Aufgabe unter vielen, zu der objektiven Auseinandersetzung mit der jeweils anderen Kultur Bereitschaft zu wecken. Eine andere Auffassung über Lebensfragen kann niemals eine Gefahr für irgendeinen Kulturkreis oder eine Gesellschaft darstellen, sofern sich die aus verschiedenen Gruppen bestehenden Gesellschaft aus vernünftig denkenden und sozial agierenden Menschen zusammensetzt.
Hilfe zur Integration muß aber auch bedeuten, die deutsche Bevölkerung den anderen Kulturen näherzubringen; ihr Motive für bestimmte bisher zumeist un- oder mißverstandene Verhaltensweisen zu geben. Die Integration ausländischer Mitbürger ist infolgedessen nur dann möglich, wenn man Kenntnisse über ausländische Kulturen hat und diese auch im Detail zu verstehen bereit ist.
UNPOLITISCH, ABER NICHT RICHTUNGSLOS
Die zum Teil sehr schrecklichen Geschehnisse mit ausländerfeindlichem Hintergrund in Rostock, Hoyerswerda, Hünxe, Mölln, Solingen, anderen Städten und zuletzt Brandenburg ließen die Furcht aufkommen, daß Information alleine nicht mehr ausreicht. Doch wer Gegengewalt als geeignetes Mittel propagiert, womöglich noch unkontrolliert und aus Rachsucht, der erweist der Sache einen Bärendienst.
Gefragt ist ein striktes Vorgehen des Staates und dessen Organe gegen die Gefahr von Rechts, gegen das Versagen ausführender Kräfte, wie der Polizei in Rostock und anderen Orten, vor allem in den fünf neuen Bundesländern. Notwendig ist des weiteren ein festerer Zusammenhalt unter den ausländischen Mitbürgern im allgemeinen. Es ist sinnlos, Konflikte aus den Heimatländern nach Deutschland zu importieren und damit eine mögliche und dringend notwendige Integration zu behindern.
PI-SATZUNG: SENSIBEL AUSGELEGT
In § 3 der Vereinssatzung wird den Mitgliedern des pro integration eine Mitgliedschaft in unerlaubten politischen Gruppierungen und Vereinigungen untersagt. Auch eine Sympathisierung der Mitglieder mit solchen Vereinigungen ist vom Vorstand nicht erwünscht. Unter anderem basierend auf den Verfassungsschutzberichten der Länder und des Bundes der vergangenen Jahre wird diese Einschränkung vom Vorstand als zwingend notwendig angesehen. Die Erfahrungen aus unserer täglichen sozialen Arbeit zeigen, daß der pi vielfach auf eine politische Orientierung hin von Ratsuchenden eingeschätzt und auch oft entsprechend eingeordnet wurde. Sicherlich haben die Personen, die im pro in-tegration tätig oder Mitglieder sind, eine politische Meinung. Dies darf allerdings nicht zu dazu führen, daß die Organisation für die politischen Ziele einzelner Gruppen mißbraucht wird. Vor allem ließen sich auf diese Art weder die Integrationsprobleme in der Bundesrepublik, noch Probleme in den Heimatländern von Ausländern lösen.
Durch das Verbot gemäß § 3 in der Vereinssatzung soll die Einflußnahme links- wie rechtsextremistischer, in der Bundesrepublik zum Teil kaschiert und somit de facto im Untergrund agierenden Vereinigungen, auf den pro integration verhindert werden. Dies gilt selbstverständlich in gleicher Weise für deutsche Gruppierungen links- und rechtsextremistischer Richtung. Eine Aufhebung oder Änderung des § 3 wird vom amtierenden Vorstand des pro integration dauerhaft strikt abgelehnt werden. Die strikte Aufrechterhaltung dieses Paragraphen in der genannten Form ist nach unserer Ansicht die notwendige Grundlage für ein zuverlässiges Arbeiten des Vereins und seiner Organe im Sinne des definierten Vereinszweckes.
Eine offenere und flexiblere Auslegung der Eingangsvoraussetzungen für den Erwerb der Mitglied-schaft ist ohne Gefahr für die Vereinsziele nicht möglich. Nur so kann einer Unterwanderung und Instrumentalisierung durch extremistische Gruppierungen oder deren Anhängern relativ sicher vorgebeugt werden.
Der pro integration macht generell keinen Unterschied bezüglich der Herkunft, der Religion oder politischen Orientierung interessierter Bewerber für eine Mitgliedschaft, so lange die genannten Punkte nicht zu einer Destabilisierung der vereinsinternen Strukturen führt. Diese Strukturen könnten aber schon dann in Gefahr geraten, wenn ein oder mehrere Mitglieder offensichtliche Hetzkampagnen eröffnen würden. BISHERIGE SOZIALE ARBEIT
Unsere Organisation hat sich neben der allgemeinen Beratung in der Vergangen-heit verschiedenen Aktionen gewidmet. Hier eine Auf-listung:
PROJEKT 1: Deutsch-Türkische Frauengruppe PROJEKTJAHR: 1986 - 1990 INITIATORIN: Sabine Adomeit, Außenstellenleiterin Minden-Lübbecke
ZIEL: Ausbau der Integration ausländischer Frauen
PROCEDERE: Veranstaltung von Frauentreffs zwecks interkulturellen Austausches
RESÜMEE: Die geringe Inanspruchnahme und fehlende Mitwirkungsmotivation der Teilnehmerinnen führten zur Einstellung des Projektes kurz vor Schließung der Außenstelle.
PROJEKT 2: Binnenschiffahrtsaktion PROJEKTJAHR: 1987/88 INITIATOR: Arbeitgeberverband der Deutschen Binnenschiffahrt e. V., Duisburg
ZIEL: Erhöhung der Einstellungchancen ausländischer Jugendlicher bei den beim Arbeitgeberverband angeschlossenen Reedereien
PROCEDERE:
• Vom pi durchgeführte Bewerberauswahl
• umfassende Information über das Berufsbild des Binnenschiffers
• Bewerbungstraining
• Begleitung zu Vorstellungsgesprächen
• Abgabe von Informationsmaterial des Arbeitgeberverbandes
• Aufrechterhaltung und Intensivierung des Kontaktes zwischen dem Auszubildenden und dem Aus-bildungsbetrieb einerseits und den Aus-zubildenden und deren Eltern andererseits auch während der Ausbildung
RESÜMEE: Wider Erwarten fiel die reale Zahl der vermittelten Bewerber sehr gering aus. Das lag einerseits daran, daß die Vorurteile der Jugendlichen gegenüber einem Beruf, bei dessen Ausübung man selten zu Hause ist, nicht immer auszuräumen waren. Andererseits konnte die notwendige Effizienz aufgrund personeller Problematiken innerhalb des pi nicht befriedigend gelöst werden. Die Einbeziehung eines Projektes der Arbeiterwohlfahrt in Duisburg-Marxloh, wo freie Kapazitäten das Bewerbungstraining für den pro integration übernehmen sollten - was auch dem AWO-Projekt zugute gekommen wäre - scheiterte an AWO-internen Problematiken.
PROJEKT 3: Spielhallenaktion PROJEKTJAHR: 1987 INITIATOR: pro integration
ZIEL: Eindämmung von Verstößen gegen § 8 Jugendschutz-gesetz durch Spielhallen-betreiber und deren Angestellte
HINTERGRUND: Nach dem pi vorliegenden Informationen und weiterer Recherchen wurden Spielhallen im Tätigkeitsbereich in immer größerem Umfang von unter 18jährigen frequentiert. In einem besonders schweren Fall verlieh eine Spielhallenaufsicht Geld an Minderjährige, damit diese weiter an den Geräten spielen konnten, wobei es sich immer um Geldspielautomaten mit Gewinnmöglichkeit handelte!
PROCEDERE:
• Einsatz von unter und über 18jährigen Jugendlichen als Controller und Inspektoren
• Gespräch mit den Betreibern und Aufsichten nach Kenntniserhalt der analysierten und aktuellen Situation
• Erstellung von Namenslisten Minderjähriger
• Durchführung von Kontrollen
• Meldung an das zuständige Ordnungsamt
RESÜMEE: Als Reaktion auf unser Anliegen wurde zumeist argumentiert, man könne nicht definitiv feststellen, wie alt die Jugendlichen eigentlich seien. Das Projekt wurde nach geringer Verbesserung der ursprünglich festgestellten Lage eingestellt, da sich auch das Ordnungsamt Duisburg nicht in der Lage sah, die Aktion ausreichend zu unterstützen.
PROJEKT 4: projektmanagement PROJEKTJAHR: seit 1992 INITIATOR: pro integration
ZIEL: Unterstützende Mitwirkung für ausländische Gewerbetreibende in den Bereichen Marketing, EDV, Organisation und Finanz- und Rechnungswesen HINTERGRUND: Ein wesentlicher Anteil von ausländischen Selbständigen kommt in Schwierigkeiten durch mangelnde Koordination von Informationen und Unwissen bezüglich Einsatz von kaufmännischen Hilfsmitteln und Techniken.
PROCEDERE: Die Betroffenen erhalten das gleiche Leistungsspektrum wie im üblichen Tätigkeitsbereich des pro integration, zugeschnitten auf betriebswirtschaftliche Belange. RESÜMEE: Es konnten Erfolge bei den Ratsuchenden nach Informationsbeschaffung und Hilfe bei den erforderlichen Tätigkeiten in den genannten Bereichen verzeichnet werden. Der Umfang dieses Projektes wurde gemäß einer Entscheidung des Vorstandes vom Juli 1997 eingeschränkt. Der pro integration will sich damit in Zukunft auf die originären Ziele eines Ausländerhilfevereines konzentrieren. Das projektmanagement ent-fällt in seiner Eigenschaft als Abteilung. PROJEKT 5: Betreuung ausländischer jugendlicher und erwach-sener Strafgefangener PROJEKTJAHR: seit August 1994 INITIATOR: pro integration
ZIEL: Verbesserung der Situation Strafgefangener bei der Erldigung privater Angelegenheiten, auch im Zusammenhang mit den Folgen der Straffälligkeit und Justizvollzugs
PROCEDERE:
• Intensive Gespräche mit den Straf-/ Unter-suchungsgefangenen
• Verbesserung des Kon-taktes zu involvierten Behörden/ Rechtsan-wälten
• Psychosoziale Betreuung
• von Juli 1997 bis Mai 2000 Zusammenarbeit mit dem SKM Sozialdienst Katholischer Männer Bo-chum e. V.
• seit Juni 1999 bundesweite Betreuung ausländischer Strafgefangener per Korrespondenz für den AkS Arbeitskreis kritischer Strafvollzug e. V., Münster
RESÜMEE: Die sozialen Dienste in den Justizvollzugsanstalten sind vollkommen überlastet. Selten ist es möglich, adäquat auf den Einzelnen einzugehen, obwohl eigentlich vom Gesetzgeber vorgesehen. Die Betreuung durch den pro integration führte in den bisherigen Fällen oft dazu, daß die eigene Lage für den Betrof-fenen erträglicher wurde. So verbesserten sich auch die Möglichkeit, eine standfestere Position in der bundesdeutschen Gesellschaft zu finden.
PROJEKT 6: Bewerbungsaktion PROJEKTJAHR: seit 1997 INITIATOR: pro integration
ZIEL: Verbesserung der Bewerbungssituation ausländischer Jugendlicher
PROCEDERE:
• Versorgung von ausländischen Jugendlichen mit Informationen über die Gestaltung von Bewer-bungsunterlagen
• Recherche von Adressen ausbildender Unternehmen
• Unterstützung bei der selbständigen Auswahl von Ausbildungsbetrieben
• Beratung über die Zusammenstellung der Unterlagen
• Besprechung über den Verlauf von Vorstellungsgesprächen
RESÜMEE: Die Durchführung dieser Aktion ist abhängig von der Nachfrage der Jugendlichen und der Kapazität der ehrenamtlichen aktiven Mitarbeiter des pro integration.
PROJEKT 7: Beratungsbüro Duisburg-Ruhrort PROJEKTJAHRE: Oktober 1998 – Oktober 1999 & Juni 2001 – Juni 2002 INITIATOR: pro integration
ZIEL: Angebot einer Anlaufstelle, in der man unkonventionell mit dem pro integration Kontakt aufnehmen konnte.
PROCEDERE: Beratungsdienste durch den Einsatz von ehrenamtlichen Kräften
RESÜMEE: Nach einem Jahr mußte dieses Angebot wegen der angespannten finanziellen Lage zunächst eingestellt werden. Durch die Koopperation mit der GUTACHTERZENTRALE war es öglich, den Service wieder anzubieten. PROJEKT 8: Produktion von Informations- und Themensendungen im Bürgerfunk PROJEKTJAHRE: Juni 1998 – Juni 1999 INITIATOR: pro integration
ZIEL: Information der Öffentlichkeit über Themen, die aus der Arbeit des pro integration resultieren oder einen anderweitigen sozialen Hintegrund haben
PROCEDERE: In Zusammenarbeit mit dem Medienformum Duisburg e. V. Produktion und Ausstrahlung der jeweiligen Sendungen
RESÜMEE: Nachdem durch einen akuten Abschiebefall die Einschaltung der Öffentlichkeit durch Sendungen im Bürgerfunk nötig wurde, folgten weitere Radioproduktionen unter wesenlticher Mitwirkung der Journalistin Frau Gabriela Wessel.
BISHERIGE PRODUKTIONEN:
• pro integration – Der Verein stellt sich vor/ Ausstrahlung: 30.05.98
• Duisburg will uns nicht – Der Fall Özdemir-Höfkes/ Ausstrahlung: 04.06.98
• pro integration (3)/ Ausstrahlung: 22.07.98
• KOSOVO/ Ausstrahlung: 26.08.98
• Chancen für die Jugend [1] (für die Unternehmens- und Personalentwicklungs-gesellschaft Rhein Ruhr mbH)/ Ausstrahlung: 12.04.99
• Chancen für die Jugend [2] (für die Unternehmens- und Personalentwicklungsgesellschaft Rhein Ruhr mbH)/ Ausstrahlung: 03.05.99
Cassetten mit der Aufnahme der jeweiligen Sendung können gegen eine Schutzgebühr von € 5,00 zzgl. Versandkosten bei der Centrale des pro integration bestellt werden. PROJEKT 9: Betreuung ausländischer Teilnehmer des Projektes gegen Jugendarbeitslosigkeit PROJEKTJAHR: seit Juni 1999 INITIATOR: pro integration
ZIEL: Aufrechterhaltung der Motivation und Chancen in der von der Unternehmens- und Personalentwicklungsgesellschaft Rhein Ruhr mbH durchgeführten Qualifizierungs- und Vermittlungsmaßnahme
PROCEDERE: Beratungsdienste im Stil der bisherigen Arbeit der Unternehmens- und Personalentwicklungsgesellschaft Rhein Ruhr mbH
RESÜMEE: Ende Juni 1999 übernahm der pro integration die Betreuung von jungen Menschen im Alter bis 25 Jahren, die Teilnehmer des Projektes gegen Jugendarbeitslosigkeit des Unternehmerverbandes Ruhr-Niederrhein e. V., dort der Unternehmens- und Personalentwicklungsgesellschaft Rhein Ruhr mbH, waren. Der pro integration übernahm die Betreuung dieser motivierten jungen Leute, weil sich der 1. Vorsitzende Herr Hans W. Nilles der übertragenen Verantwortung in seiner beruflichen Tätigkeit, die er in der Unternehmens- und Personalentwicklungsgesellschaft Rhein Ruhr mbH als Projektmanager ausübte, nicht wegen der unerwarteten Beendigung dieses befristeten Arbeitsverhältnisses entziehen wollte. Die Vermittlungsquote Herrn Nilles' während seiner beruflichen Tätigkeit dort betrug 67%.
MÖGLICHKEITEN UND GRENZEN
Die aktiven Mitglieder des pro integration sind sich dessen bewußt, daß man auch die Grenzen der Leistungsfähigkeit und der Möglichkeiten beachten muß. Und das sowohl im persönlichen wie auch im organisatorischen Bereich. Alles können auch wir nicht wissen, alles können wir nicht machen. Daher ist es eminent wichtig, mindestens Kenntnis darüber zu besitzen, wo man die benötigte Infor-mation findet. Wir wollen die Informationswege verbessern, zum Beispiel zwischen
Antragsteller & Behörde Anwalt & Mandant Versicherungsnehmer & Versicherungsgesellschaft Arbeitgeber & Arbeitnehmer
Die oben angeführten Beispiele sind jedoch nur wenige von vielen möglichen Kombinationen. Vor allem geht es uns aber darum, dem „Hilfesuchenden“ bewußt zu machen, daß er überhaupt Hilfe benötigt. Denn vielfach ist diese Tatsache ausländischen Mitbürgern wegen mangelnder oder unrich-tiger Information, falschen Stolzes und negativer Erfahrungen sowie schädlichen Einflüssen durch notorische Alleswisser, gar nicht bewußt. Deshalb machten wir bisher zumeist den ersten Schritt und gingen auf die Menschen zu, Wir warten in der Regel nicht, bis sie von unserer Existenz erfahren ha-ben und sich aufraffen, zu uns kommen. Denn dann ist es meistens zu spät!
Wir versuchen unserem „Klienten“ das Gefühl zu geben, daß er nicht allein ist mit seinen Problemen. In seinen eigenen vier Wänden, in denen er sich Zuhause fühlt und seine Lage freier schildern kann - man auch einen besseren Zugriff auf sonst fehlende Unterlagen hat - ist er auch leichter in der Lage, Hilfe überhaupt anzunehmen.
Das gibt dem Ratsuchenden eine bessere Position. Nicht die Position eines Bittstellers oder Antragstellers, sondern die eines gleichberechtigten Menschen, der Rat sucht. Durch die eventuelle Anwesenheit von Verwandten, Freunden und Bekannten erfährt der Sachbearbeiter meist auch von anderen Fällen, in denen der pro integration hilfreich wirken kann.
Die Konfrontation der Mitarbeiter des pi mit immer neuen Menschen und deren Lebensgewohnheiten hat darüber hinaus einen nicht zu unterschätzenden Lerneffekt. Von Fall zu Fall lernt man die verschiedensten Probleme der Menschen und die Feinheiten der Kulturen kennen.
Allein durch die Art und Weise, wie wir an die ausländische Bevölkerung bisher herangetreten sind, unterschied sich der pi von anderen Organisationen. Trotzdem suchen wir ständig nach neuen, auch unkonventionellen Wegen in der Ausländerarbeit. Die Effizienz beim Auffinden von Hilfesuchenden ist für uns einer der wesentlichsten Punkte. REFORMEN WEGEN SCHWIERIGER FINANZLAGE
Die im Januar 1996 veranstaltete Mitglieder-versammlung bereitete faktisch den Weg für einen reformierten pi. Es war aufgrund der schwierigen Finanzlage nötig, sich von einer an Sozialromantik grenzenden Einstellung zu trennen. Denn das Ziel war und ist es, die soziale Arbeit des pi auch in Zukunft zu gewährleisten.
Der Vorstand hatte lange mit sich gerungen, bis am 11. April jenes Jahres endgültig die Entscheidung fiel, zumindest für Nichtmitglieder eine Gebührenordnung einzuführen. Sie umfaßt die meisten Tätigkeitsfelder eines ehrenamtlichen Mitarbeiters und soll es ermöglichen, die Finanzlage zu verbessern und endlich kostendeckend arbeiten zu können. Im Übrigen war ein Fakt, daß die soziale Arbeit für Nichtmitglieder die Aktivitäten für Mitglieder behinderte.
Zukünftig sollte es erheblich günstiger sein als Mitglied Leistungen des pi in Anspruch zu nehmen: Ein zusätzlicher Anreiz für die Mitgliedschaft. Daß Mitglieder, die mit der Zahlung des Mitgliedsbeitrages im Rückstand sind, ihren möglichen Anspruch auf Leistungen verlieren, versteht sich dabei von selbst.
Die Zeit nach Einführung dieser Regelungen zeigte, ob und in welchem Maße der pi die Vereinsziele effektiver verfolgen konnte. Es wurde offensichtlich, daß weitere Maßnahmen zur Konsolidierung der Finanzen nötig wurden. Dazu gehören eine erneute Anpassungen des Mitgliedsbeitrages. AKTIVE MITARBEIT
Grundvoraussetzung um als aktiver Mitarbeiter im pi tätig zu sein, ist der Wille, seine menschlichen und charakterlichen Qualitäten zu nutzen, sensibel zu sein für unterschwellig vorhandene Probleme bei möglichen Klienten, die man durch die verschiedenen Bezugspersonen kennenlernen kann.
Die aktive Mitarbeit im pi bedeutet nicht, daß man fortan sein Leben nur noch unserer Organisation widmen muß. Wir behaupten, daß jeder Interessierte, jeder, der weiß, wie sich die aktuelle Situation in der Bundesrepublik darstellt, einen Teil seiner Zeit für die aktive Arbeit im pi zur Verfügung stellen kann.
Keine Zeit zu haben, ist für uns ein fast inakzeptables Argument. Keine Zeit zu haben ist eher das Eingeständnis, sich von unserer Konsumgesellschaft derart in Beschlag nehmen zu lassen, daß man nicht einmal Zeit für sich selbst, geschweige für andere hat. Dies ist zwar auch ein Merkmal unserer Zeit, aber nicht gerade ein positives.
Was wir verlieren, wenn wir mit der Zeit umgehen, als ob wir mehr aus ihr machen können als wirklich vorhanden ist, erkennen wir meist viel zu spät.
Zeit für den pi heißt Zeit für einen anderen zu haben, Verständnis für dessen Situation aufzubringen, organisierte Hilfe zu ermöglichen. Jede auch so kleine Erledigung im Rahmen der aktiven Arbeit im pi, vom Telefonat, der Einholung von Informationen, der Erstellung von Korrespondenz, der Begleitung bei Behördengängen über intensive Vollbetreuung von Klienten bis zur verantwortlichen Position als Außenstellenleiter/in oder Vorstandsmitglied, birgt vielfältige Möglichkeiten einer ehrenamtlichen Arbeit.
Sie kann Selbstbestätigung und Verwirklichung der eigenen sozialen Einstellung bedeuten. Sie bedeutet aber auch Aufopferung. Mitdenken, die Beschäftigung mit den Problemen anderer; den Problemen, auf die man in unserer Kultur und Gesellschaft stößt. Die ehrenamtliche Arbeit im pi kann den eige-nen Horizont weiten, läßt einen über den Tellerrand der bisherigen Erfahrung hinausschauen.
AUSSENSTELLEN GESCHICHTE
Der pro integration hatte bereits seit kurz nach seiner Gründung eine Außenstelle. Da diese und alle nachfolgenden sich in den Räumen Verantworung als Außenstellenleiter tragender aktiver Mitglieder befanden, ist es natürlich verständlich, daß es bei Rücktritt vom Amt auch zu einem Wegfall der Au-ßenstelle kommen konnte und auch kam, wenn nicht adäquater Ersatz gefunden wird.
MINDEN UND HAMM

Von 1986 bis März 1991 in Minden und von Mitte 1988 bis Oktober 1989 in Hamm unterhielt der pi die ersten beiden Außenstellen. Die Arbeit in den Außenstellen erwies sich als nicht besonders leicht, da nicht so viele ehrenamtliche Mitarbeiter gefunden werden konnten, wie man es sich eigentlich gewünscht hatte. Dies ist im Übrigen auch ein generelles Problem ehren-amtlicher Arbeit. Die speziell zurückhaltende Mentalität in Ostwestfalen und auch private Gründe der Außenstellenleiterin führten zur Schließung in Minden. Die Leiterin der Außenstelle Hamm heiratete 1989 und zog nach Saarbrücken.
SAARBRÜCKEN

Im Stadtteil Dudweiler der saarländischen Landeshauptstadt wurde fast zeitgleich mit der Schließung der Außenstelle in Hamm eine neue eröffnet. Geleitet vom damaligen 2. Vorsitzenden des pro integration, Herrn Saim Beydilli, existierte diese bis zum Jahre 2001, auch wenn sie dreimal Mal umgezog und sich zuletzt gut erreichbar im Zentrum der Saarmetropole befand. Dort wurde die Arbeit für und mit Asylbewerbern und anerkannten Asylanten, die in Hamm begonnen wurde, fortgesetzt. Zügig spezialisierten wir uns dabei auf die korrekte Informations-übermittlung zwischen Behörden, Rechtsanwälten und Asylbewerbern. Auf die jeweilige psychische Situation des Asylsuchenden war besondere Rücksicht zu nehmen. Ein weiteres Problem stellen eindeutig falsche Übersetzungen von Dolmetschern dar. Durch willkürliche oder fahrlässige Falschübersetzung während einer mündlichen Anhörung vor dem Bundesamt für Anerkennung von Asylbewerbern kann eine negative Entscheidung den Tod bedeuten. Spätestens dann, wenn auf den Asylanten nach seiner Rückkehr zu dem Ort, von dem er flüchtete, Folter und Mord warten.
Die Hinzuziehung von Rechtsanwälten ist gerade in Asylverfahren ein unabdingbares Muß, falls der Klient nicht schon einen Anwalt mit der Vertretung seiner Interessen beauftragt hat. Doch auch da wir nicht alles können und auch nicht alles dürfen, ist es eine grundsätzliche Option in jedem Fall einen Rechtsanwalt einschalten zu können.
NEBENSTELLE LEBACH 
In einem Asylbewerberheim in Lebach konnte der aus dem Kosovo stammende Herr Isni Blakaj dafür gewonnen werden, die Arbeit als Nebenstelle aufzunehmen. Blakaj, der bereits bisher seinen Lands-leuten und anderen Hilfesuchenden zur Seite stand, integrierte sich gut bis zu seinem Asscheiden 2001 in die Aktivitäten des pro integration.
ESSEN 
Im Oktober 1992 nahm die Außenstelle Essen ihre Arbeit auf. Sie wurde geleitet von Herrn Mesut Atik, Student im Fachbereich Bauwesen. Die Arbeit in Essen orientierte sich stark an den Aktivitäten der Centrale in Duisburg. Die Unvereinbarkeit der persönlichen Verhältnisse des Außenstellenleiters mit den Zielsetzungen der aktiven Tätigkeit des pi führten zur Schließung der Außenstelle im April 1997.
MÜNSTER 
Vom 1. Dezember 1993 bis Ende Juli 1995 vertrat Herr Ates Naili Eren - vor dieser Tätigkeit ein enger Mitarbeiter des 2. Vorsitzenden Saim Beydilli in Dudweiler - den pro integration in Münster. Dort zeichnete Herr Eren für eine antifaschistische Arbeit in Zusammenarbeit mit dem ASTA der Universität Münster verantwortlich.
BOCHUM 
Am 02. April 2001 wurde die Außenstelle Bochum eröffnet. Geleitet wird vom 1. Vorsitzenden Hans W. Nilles. In Bochum will man versuchen, neue Wege in der Arbeit des pi zu gehen. Dazu nimmt man intensive Planungszeiträume für den Aufbau und die Durchführung der Arbeit des pi in Anspruch.
RECKLINGHAUSEN
Ende Dezember 2005 beginnt die Außenstelle Recklinghausen unter Leitung von Frau Heike Schmitz-Ramadani ihre Aktivitäten. DIE SITUATION IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Nach der Wiedervereinigung im Jahre 1989 hat sich die Situation für Ausländer in Deutschland verschlechtert. Speziell in den fünf neuen Bundesländern im Osten des Landes hat sich ein dumpfer Ausländerhaß herausgebildet, der gerade von den rechtsextremen Gruppierungen im Westen und dessen Satellitenorganisationen im Osten für deren eigenen Zwecke nach wie vor gefördert wird.
Das fast unkontrollierte Vereinnahmen der ostdeutschen Wirtschaft und die daraus folgernde Verschlechterung der Lebensbedingungen im sozialen Bereich bietet den besten Nährboden für extreme Organisationen und Meinungen.
Dieser Entwicklung muß von allen Seiten - in Ost und West – entgegengetreten werden. Ebenso wie der Staat geeignete Mittel anwenden muß, um die rechten Bestrebungen im Keim zu ersticken, bedarf die Zivilcourage der Bevölkerung einer Verstärkung. Demokratie darf nicht bedeuten, daß wir die rechten Kräfte unter-schätzen, als gefahrlos darstellen und gewähren lassen. Wohin das führt, sahen wir in Rostock, Hoyerswerda und anderen Städten.
Sicherlich hat die verabscheuungswürdige Reaktion der Mitläufer und Mitklatscher im Osten der Republik einen Grund, nämlich die fast vollkommene Überlassung der zerstörten Infrastruktur der Ex-DDR an schwarze Schafe der bundesdeutschen Wirtschaft, die offensichtlich sehr egoistisch versucht, ausschließlich den neuen Markt gewinnträchtig für sich zu erschließen. Die Menschen dort bleiben dabei zumeist auf der Strecke. Trotzdem ist dies keine Entschuldigung für Pogrome, Hetzkampagnen und Anschläge rechter Gruppierungen und schon gar nicht für deren Sym-pathisanten. Mit unserer deutschen Geschichte können wir uns nicht erlauben, derartige Vorgänge zu tolerieren.
Die Folgen einer Nacht in Rostock
Am 26.08.1992 entschied der pro integration aufgrund der unfaßbaren Geschehnisse in Rostock-Lichtenhagen Strafanzeige gegen die Hauptverantwortlichen für die Unterlassungen der Polizeikräfte gezwungen zu erstatten:
• Bernd Seite, Ministerpräsident des Landes Mecklenburg-Vorpommern • Lothar Kupfer, damaliger Innenminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern • Siegfried Kordus, Leitender Polizeidirektor der Polizeidirektion Rostock
Das Strafverfahren gegen Ministerpräsident Seite wurde von der zuständigen Staatsanwaltschaft Rostock eingestellt, da dieser angeblich nur eine politische, aber keine strafrechtlich relevante Verantwortung trage. Die übrigen Strafverfahren hingegen liefen länger. Lothar Kupfer und Siegfried Kordus sind zwischenzeitlich wegen anderer Skandale ihren Ämtern enthoben worden.
Dieses Ergebnis ist nicht zufriedenstellend, da eine strafrechtliche Verantwortung bis heute nicht durchgesetzt werden konnte. Doch trotzdem war diese Reaktion des pi und auch anderer Organisationen nötig.
FLÜCHTLINGSARBEIT
Seit 1997 hat sich die Arbeit auf dem Gebiet der Flüchtlingshilfe deutlich verstärkt. Der pro integration hat daher in größerem Maße Kontakt mit etablierten Organisationen und offiziellen Stellen aufgenommen, um wirksamer in dem genannten Gebiet tätig sein zu können. Es ist angesichts der sich aktuell verschärften Lage von Asylbewerbern in unserem Lande eine Notwendigkeit, seinen Teil als Institution zu tun, um auch dort helfend zu wirken. Dabei ist sich der Vorstand des Konfliktpotentials bewußt, doch Menschlichkeit und humanitäres Wirken bleiben oft nicht ohne Auseinandersetzung innen wie außen.
Der pro integration stellt sich damit nicht politisch im herkömmlichen Sinne auf eine der Seiten, sondern grundsätzlich auf die Seite des Schwächeren, also des Flüchtlings. Es ist zweifelsfrei festzustellen, daß die Bundesrepublik innerhalb Europas den größten Anteil an Flüchtlingen und Asylbewerbern aufgenommen hat. Trotzdem kann man nicht einfach den Riegel vorschieben und mit irrealen Vorschlägen oder restriktiven Gesetzen dem Leid der Menschen staatsobjektiv entgegentreten. Flüchtlingsarbeit ist ein Teil einer vernünftigen Integration. Wie nötig dies auch in Zeiten nach der Ablösung der Regierung Kohl war, die durch eine offensichtlich zu lange Amtszeit in eine Politik der Ausweglosigkeit steuerte, zeigt eine Äußerung des in der rot-grünen Koalition von 1998 – 2005 amtierenden Bundesinnenministers Otto Schily (SPD), es handele sich respektive einer Anerkennungsquote bei Asylbewerbern von 3% durch die zuständigen Gerichte bei dem Rest der Bewerber offensichtlich um Wirtschaftsasylanten.
In diesen Bereich unserer Arbeit gehören auch die verstärkte Recherche von Informationen über Roma und Sinti sowie Ashkali aus dem osteuropäischen Raum. Eine Kontaktaufnahme mit den Stiftungen von Jan-Phillip Reemtsma und Günter Grass wird angestrebt.
Ein Informationsaustausch besteht bereits mit folgenden Organisationen:
• AKS Arbeitskreis Kritischer Strafvollzug, Münster • Schweizer Flüchtlingshilfe, Bern • Gesellschaft für bedrohte Völker, Göttingen • amnesty international • Flüchtlingsrat NRW
MITGLIEDSCHAFT
Ungeachtet dessen, ob man als Vereinsmitglied aktiv oder passiv ist, gilt als Pflicht die Zahlung der Mitgliedsbeiträge. Vernünftige Sozialarbeit muß auch vernünftig finanziert sein. Im April des Jahres 1997 wurden nach einer Schonfrist Beschlüsse der Mitgliederversammlung vom Januar 1996 umgesetzt, die zu einer Konsolidierung der Finanzen führen sollte. Im Dezember 1999 wurden die Mitgliedsbeiträge nach 2 Jahren und im Dezember 2005 nach weiteren 6 Jahren in einem Vorstandsbeschluß gemäß Satzung erneut erhöht:
Mitgliedsbeitrag für Arbeitnehmer jährlich € 65,00
Mitgliedsbeitrag Empfänger von ALG II/ HARTZ IV jährlich € 40,00
Die Berechnung des Sozialbeitrages muß per Antrag schriftlich erlangt werden und jährlich erneuert werden. Dazu ist vom Antragsteller zusätzlich der schriftliche Nachweis über den Bezug folgender Einkommensarten notwendig:
• ALG II
• Sozialhilfe/ HARTZ IV
In dem Jahresmitgliedsbeitrag sind alle oben im Text beschriebenen Leistungen des pi enthalten. Ein Rechtsanspruch auf Leistung im Gegenzug für die Zahlung des Mitgliedsbeitrages besteht jedoch nicht.
Für Nichtmitglieder ist ebenfalls mit Wirkung ab April 1997 eine Gebührenordnung eingeführt wor-den:
Art der Dienstleistung Stundensatz KM-Pauschale für gesamte Strecke Besuch durch Mitarbeiter nach Anforderung mit allgemeiner Beratung € 8,00/ Stunde € 0,40/ km
Beratung in pi-Räumen € 6,00 /Stunde Marketingberatung € 13,00/ Stunde
Erstellung von Verträgen und sonst. Unterlagen € 13,00/ Stunde
Führen von Unterlagen für vorbereitende Buchhaltung nach Absprache € 0,40/ km
Am 26.08.1992 entschied der pro integration aufgrund der unfaßbaren Geschehnisse in Rostock-Lichten-hagen Strafanzeige gegen die Hauptverantwortlichen für die Unterlassungen der Polizeikräfte gezwungen zu erstatten:
• Bernd Seite, Ministerpräsident des Landes Mecklenburg-Vorpommern • Lothar Kupfer, damali-ger Innenminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern • Siegfried Kordus, Leitender Polizeidirektor der Polizeidirektion Rostock
Das Strafverfahren gegen Ministerpräsident Seite wurde von der zuständigen Staatsanwaltschaft Ros-tock eingestellt, da dieser angeblich nur eine politische, aber keine strafrechtlich relevante Verantwortung trage. Die übrigen Strafverfahren hingegen liefen länger. Lothar Kupfer und Siegfried Kordus sind zwischenzeitlich wegen anderer Skandale ihren Ämtern enthoben worden. Dieses Ergebnis ist nicht zufriedenstellend, da eine strafrechtliche Verantwortung bis heute nicht durchgesetzt werden konnte. Doch trotzdem war diese Reaktion des pi und auch anderer Organisationen nötig.
Am 26.08.1992 entschied der pro integration aufgrund der unfaßbaren Geschehnisse in Rostock-Lichten-hagen Strafanzeige gegen die Hauptverantwortlichen für die Unterlassungen der Polizeikräfte gezwungen zu erstatten:
•Bernd Seite, Ministerpräsident des Landes Mecklenburg-Vorpommern
• Lothar Kupfer, damali-ger Innenminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern
• Siegfried Kordus, Leitender Polizeidirektor der Polizeidirektion Rostock
Das Strafverfahren gegen Ministerpräsident Seite wurde von der zuständigen Staatsanwaltschaft Ros-tock eingestellt, da dieser angeblich nur eine politische, aber keine strafrechtlich relevante Verantwortung trage. Die übrigen Strafverfahren hingegen liefen länger. Lothar Kupfer und Siegfried Kordus sind zwischenzeitlich wegen anderer Skandale ihren Ämtern enthoben worden.
Dieses Ergebnis ist nicht zufriedenstellend, da eine strafrechtliche Verantwortung bis heute nicht durchgesetzt werden konnte. Doch trotzdem war diese Reaktion des pi und auch anderer Organisationen nötig.
FLÜCHTLINGSARBEIT
Seit 1997 hat sich die Arbeit auf dem Gebiet der Flüchtlingshilfe deutlich verstärkt. Der pro integration hat daher in größerem Maße Kontakt mit etablierten Organisationen und offiziellen Stellen aufgenommen, um wirksamer in dem genannten Gebiet tätig sein zu können. Es ist angesichts der sich aktuell verschärften Lage von Asylbewerbern in unserem Lande eine Notwendigkeit, seinen Teil als Institution zu tun, um auch dort helfend zu wirken. Dabei ist sich der Vorstand des Konfliktpotentials bewußt, doch Menschlichkeit und humanitäres Wirken bleiben oft nicht ohne Auseinandersetzung innen wie außen.
Der pro integration stellt sich damit nicht politisch im herkömmlichen Sinne auf eine der Seiten, sondern grundsätzlich auf die Seite des Schwächeren, also des Flüchtlings. Es ist zweifelsfrei festzustellen, daß die Bundesrepublik innerhalb Europas den größten Anteil an Flüchtlingen und Asylbewerbern aufgenommen hat. Trotzdem kann man nicht einfach den Riegel vorschieben und mit irrealen Vorschlägen oder restriktiven Gesetzen dem Leid der Menschen staatsobjektiv entgegentreten. Flüchtlingsarbeit ist ein Teil einer vernünftigen Integration. Wie nötig dies auch in Zeiten nach der Ablösung der Regierung Kohl war, die durch eine offensichtlich zu lange Amtszeit in eine Politik der Ausweglosigkeit steuerte, zeigt eine Äußerung des in der rot-grünen Koalition von 1998 – 2005 amtierenden Bundesinnenministers Otto Schily (SPD), es handele sich respektive einer Anerkennungsquote bei Asylbewerbern von 3% durch die zuständigen Gerichte bei dem Rest der Bewerber offensichtlich um Wirtschaftsasylanten.
In diesen Bereich unserer Arbeit gehören auch die verstärkte Recherche von Informationen über Roma und Sinti sowie Ashkali aus dem osteuropäischen Raum. Eine Kontaktaufnahme mit den Stiftungen von Jan-Phillip Reemtsma und Günter Grass wird angestrebt.
Ein Informationsaustausch besteht bereits mit folgenden Organisationen:
• AKS Arbeitskreis Kritischer Strafvollzug, Münster • Schweizer Flüchtlingshilfe, Bern • Gesellschaft für bedrohte Völker, Göttingen • amnesty international • Flüchtlingsrat NRW
MITGLIEDSCHAFT
Ungeachtet dessen, ob man als Vereinsmitglied aktiv oder passiv ist, gilt als Pflicht die Zahlung der Mitgliedsbeiträge. Vernünftige Sozialarbeit muß auch vernünftig finanziert sein. Im April des Jahres 1997 wurden nach einer Schonfrist Beschlüsse der Mitgliederversammlung vom Januar 1996 umgesetzt, die zu einer Konsolidierung der Finanzen führen sollte. Im Dezember 1999 wurden die Mitgliedsbeiträge nach 2 Jahren und im Dezember 2005 nach weiteren 6 Jahren in einem Vorstandsbeschluß gemäß Satzung erneut erhöht:
Mitgliedsbeitrag für Arbeitnehmer jährlich € 65,00
Mitgliedsbeitrag Empfänger von ALG II/ HARTZ IV jährlich € 40,00
Die Berechnung des Sozialbeitrages muß per Antrag schriftlich erlangt werden und jährlich erneuert werden. Dazu ist vom Antragsteller zusätzlich der schriftliche Nachweis über den Bezug folgender Einkommensarten notwendig:
• ALG II
• Sozialhilfe/ HARTZ IV
In dem Jahresmitgliedsbeitrag sind alle oben im Text beschriebenen Leistungen des pi enthalten. Ein Rechtsanspruch auf Leistung im Gegenzug für die Zahlung des Mitgliedsbeitrages besteht jedoch nicht.
Für Nichtmitglieder ist ebenfalls mit Wirkung ab April 1997 eine Gebührenordnung eingeführt wor-den:
Art der Dienstleistung Stundensatz KM-Pauschale für gesamte Strecke Besuch durch Mitarbeiter nach Anforderung mit allgemeiner Beratung € 8,00/ Stunde € 0,40/ km
Beratung in pi-Räumen € 6,00 /Stunde Marketingberatung € 13,00/ Stunde
Erstellung von Verträgen und sonst. Unterlagen € 13,00/ Stunde
Führen von Unterlagen für vorbereitende Buchhaltung nach Absprache € 0,40/ km
Recherche weiterer Informationen € 7,00/ Stunde € 0,40/ km Nach diesen ausführlichen Informationen über den pro integration können Sie entscheiden, ob und wie Sie uns unterstützen wollen. Sie haben aber auch selbstverständlich die Möglichkeit, uns eine Geldspende zukommen zu lassen, die Ihnen im vom Gesetz bestimmten Rahmen durch das Finanzamt auf Ihre steuerpflichtigen Einkünfte verrechnet wird, für den Fall daß der pro integration die Gemeinnützigkeit hat.
Für Rückfragen jeglicher Art sowie für Beratungen stehen Ihnen verschiedene telefonische Kontaktmöglichkeiten zur Verfügung.
Bitte vergessen Sie nicht, daß wir Ihnen - nach Terminabsprache - auch persönlich für die Beantwortung Ihrer Fragen zur Verfügung stehen. Sollten Sie Anregungen zu dem einen oder anderen Punkt machen wollen, wären wir für eine Mitteilung dankbar.
„Jede soziale Idee lebt nur durch die Menschen, die sie unterstützen und durchführen.“
Sollten Sie sich für eine Spende entschieden haben, überweisen Sie bitte auf die folgenden
Kontoverbindung: POSTBANK ESSEN BLZ 360 100 43 KTO.-NR. 263922-435
In jedem Fall würden wir uns freuen, wieder von Ihnen zu hören, als Ratsuchender, Klient, ehrenamtlicher Mitarbeiter, passives Mitglied oder einfach als interessierter Mitbürger.
Abschließend bitten wir Sie eindringlich, eines nie zu vergessen:
Es sind Menschen, die für Menschen etwas tun sollten. Hans Wilhelm Nilles Muhannad Majid Mahdi 1. Vorsitzender 2. Vorsitzender (kommissarisch)
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